Ostallgäu
Sozialdemokratie
in Wort und Tat

Frauenpolitischer Abend in Füssen: „Männer und Frauen sind gleichberechtigt!“

Der Satz „Frauen und Männer sind gleichberechtigt“ steht bereits seit 70 Jahren in der Bayerischen Verfassung und nicht viel weniger lang im Grundgesetz, aber ganz umgesetzt ist er bis heute nicht. Dies wurde beim Frauenpolitischen Abend der SPD-Landtagsfraktion in Füssen deutlich. Lebhafte Diskussionen prägten den Abend im vollbesetzen Saal des Hotel „Luitpoldpark“, zu dem ich die bei-den Frauenpolitischen Sprecherinnen unserer SPD-Landtagsfraktion, Dr. Simone Strohmayr und Ruth Müller sowie die Vorsitzende des Füssener Gleichstellungsbeirats, Brigitte Riedlbauer, begrüßen konnte. LEsen Sie hierzu einen Bericht von Paul Wengert.

Strohmayr verwies auf das Bayerische Gleichstellungsgesetz, das 1996 verabschiedet wurde. „Leider fehlt diesem Gesetz immer noch der nötige Biss; es gibt zwar viele gute Ideen, aber keine Sanktionie-rungsmöglichkeiten, zum Beispiel, wenn eine Kommune kein Gleichstellungskonzept verabschiedet. Hier fordern wir klarere Regelungen, eine Aufwertung der Stelle der Gleichstellungsbeauftragten, Sanktionierungsmaßnahmen bei Nichtbeachtung des Gesetzes und schließlich auch eine Quote für die Besetzung von Führungspositionen im Öffentlichen Dienst,“ berichtete sie über parlamentarische Initiativen der SPD im Bayerischen Landtag.
Müller verwies zum über 100jährigen Kampf um die Gleich-berechtigung auf wichtige Schritte, wie die Abschaffung des Gehorsamsparagraphen und des sogenannten Beamtinnen-Zölibates im Jahr 1953 oder die Familienrechtsreformen der 1970er Jahre, die die Position der Frau sowohl in der Ehe als auch auf dem Arbeitsmarkt stärkten. Gleichwohl zeigten aktuelle Studien, dass viele Frauen immer noch erhebliche Defizite spüren. Hier sei weiterhin die Politik gefordert, die Gleichberechtigung von Frauen und Männern sowohl in der Familie als am Arbeitsplatz weiter umzusetzen, mahnte Müller weitere politische Initiativen an und appellierte an junge Frauen, sich politisch zu engagieren.
Mein Fazit: Wir müssen weiterhin Frauen Mut machen , Verantwortung zu übernehmen – bei der Arbeit, im Ehrenamt oder in der Familie. Für mehr Gleichbe-rechtigung und eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf müssen wir auf politischem Weg für mehr Steuerge-rechtigkeit durch die Umwandlung des Ehegattensplittings in ein Familiensplitting und für mehr Lohngerechtigkeit durch ein Lohn-Transparenz-Gesetz sorgen.

Artikel veröffentlicht am: 10. Oktober 2016