Ostallgäu
Sozialdemokratie
in Wort und Tat

Konversion der Allgäuer Bundeswehrstandorte bietet große Entwicklungschancen

MdB Gabriele Fograscher und MdL Dr. Paul Wengert unterstützen Konversionsmanager der Allgäu GmbH. Lesen Sie hierzu einen Bericht von Paul Wengert, MdL

Die Chancen für die Weiterentwicklung der bisherigen Allgäuer Bundeswehrstandorte Kempten, Kaufbeuren und Sonthofen nach Abzug der Bundeswehr bzw. Teilen davon stand im Vordergrund eines rund zweistündigen Gesprächs von SPD-Abgeordneten und Kandidaten mit den beiden Konver-sionsmanagern der Allgäu GmbH, Axel Egermann und Christian Gabler. Meine Bundestagskollegin Gabriele Fograscher (Donauwörth) und ich hatten sie zum Kennenlerntermin in das Augsburger SPD-Büro eingeladen. Mit dabei waren Katharina Schrader, die für den Bundestag im Wahlkreis Kempten-Oberallgäu kandidiert, und Georg Waldmann, der für das Ostallgäu auf der Landtagsliste antritt.

Die Auswirkungen der jüngsten Bundeswehrreform auf die Standorte Kaufbeuren, Kempten und Sonthofen werden tiefe Spuren hinterlassen. Kempten verliert bis auf sechs verbleibende 863 Dienst-posten, Kaufbeuren wird komplett geschlossen und Sonthofen von 1.120 auf 590 Dienstposten – somit auf die Hälfte – reduziert. In Füssen fällt die Ausbildungskomponente weg, das bedeutet einen nicht stattfindenden Aufwuchs von derzeit 1.090 Stellen auf 1.650 Stellen, wie sie früher geplant waren.

Die Konversion, also die Umgestaltung der frei werdenden Flächen, wird dementsprechend sehr un-terschiedlich erfolgen müssen – Kaufbeuren hat 240 ha Fläche neu zu gestalten, Kempten 21 ha beste Stadtlage und Sonthofen kann 33 ha ebenfalls relativ zentrale Flächen neu nutzen.

Inzwischen haben alle Städte den ersten Schock überwunden und sehen die neuen Möglichkeiten und Chancen, die sich über die Konversion ergeben. Die Allgäu GmbH bestellte Mitte Oktober 2012 zwei Konversionsmanager, die nun auf Einladung von uns beiden SPD-Abgeordneten ihr erstes Ge-spräch mit Mandatsträgern aus dem Bundes- und Landtag führen konnten. Dies wollen sie mit Man-datsträgern der anderen Parteien im Allgäu fortsetzen.

Ich führte in das Gespräch mit dem Ergebnis einer aktuellen Nachfrage seines Büros bei den betroffe-nen Städten ein. Sodann skizzierte ich kurz die Regelung, wonach die Bundesanstalt für Immobilien-aufgaben (BIMA) nach Verkehrswert und neuen Standards den Verkauf oder die Weiternutzung der gesamten frei werdenden deutschen Bundeswehrareale vornimmt. Die Kommunen haben dabei ein Erstzugriffsrecht, danach werde alternativ mit privaten Investoren verhandelt oder die BIMA behalte die Grundstücke selbst und würde diese weiter entwickeln.

Bei der Erörterung der Ausgangslage in den betroffenen Städten wurde schnell klar, dass vor allem Sonthofen in einer dringlichen Entscheidungssituation steckt. Denn einerseits hat die Stadt die Erar-beitung eines innerstädtischen Entwicklungskonzeptes fast abgeschlossen, andererseits verzögert sich der Prozess des Umzugs der Einheiten in die Generaloberst-Beck-Kaserne, nachdem es über die dort notwendigen Umbaumaßnahmen Unstimmigkeiten zwischen Verteidigungs- und Finanzminis-terium gibt. MdB Fograscher und ich sagten zu, nach Abstimmung mit der Stadt gegenüber beiden Bundesministerien auf eine schnelle Entscheidung zu drängen.

Die beiden Diplom-Geografen Christian Gabler und Axel Egermann haben große Aufgaben zu bewäl-tigen; denn sie müssen für alle betroffenen Standorte eine gemeinsame Strategie entwickeln. Da sie bei der Allgäu GmbH angesiedelt sind, ist ihre Aufgabe mit weiteren Arbeitsfeldern abzustimmen: Wirtschaftsförderung, Fachkräftegewinnung, demografische Entwicklung und touristische Überle-gungen sind nur die Spitze des Eisberges einer für das Allgäu gewaltigen Transformation. Deshalb stehen die Konversionsmanager mit den zuständigen Ministerien auf Bundes- und Länderebene und „Invest in Bavaria” in Kontakt. MdB Gabriele Fograscher und ich sagten ihnen dabei unsere Unterstüt-zung zu, die Bundestagsabgeordnete Fograscher hat nun beide Bundesministerien aufgefordert, sich in Sachen Standort Sonthofen endlich zu einigen.

Artikel veröffentlicht am: 1. Mai 2013