Ostallgäu
Sozialdemokratie
in Wort und Tat

Professor Peter Paul Gantzer in Kaufbeuren zu Gast

Für einen Tag war Prof. Peter Paul Gantzer, SPD-Landtagsabgeordneter und einziger Ehrenkommissar der Bayerischen Polizei, in Kaufbeuren zu Gast. Gemeinsam mit mir war er zu Gesprächen bei der Polizei-Inspektion Kaufbeuren zur Frage „Wie sicher ist Kaufbeuren?“ und im Espachstift für einen Fachvortrag „Für ein aktives Altern“ unterwegs.
Professor Peter Paul Gantzer (Mitte) wurde begrüßt von Carmine Macaluso (Präsident der Christlichen Arbeiter-bewegung Italiens (ACLI) in Deutschland und Direktkandidat für den Landtag Stimmkreis 708), Dr. Paul Wengert, Catrin Riedl (Stadträtin und Listenkandidatin Stimmkreis 708 ), Ilona Deckwerth (Stadträtin und Vorsitzende des Seniorenbeirats Füssen, Unterbezirks-vorsitzende der SPD Ostallgäu und Direktkandidatin für den Stimmkreis 709 Kempten/Oberallgäu ) und Ralf Nahm (Stadtrat und Seniorenpolitischer Beirat Kaufbeuren).

Stadträtin Catrin Riedl (SPD) begrüßte die Gäste der gut besuchten Fachveranstaltung. Sie legte Wert darauf, dass ältere Menschen viel Erfahrung und Wissen zu bieten haben und ihnen dafür Wertschätzung gebührt. In weiteren Grußworten begrüßten Stadtrat Ernst Schönhaar (Kuratorium Espachstift), Karl-Heinz Wenzel (Seniorenbeirat Kaufbeuren), Stadtrat Ralf Nahm (SPD) und Paul Wengert die Besucher.

Senioren verdienen ein anderes gesellschaftliches Bild
Professor Peter Paul Gantzer, der Autor des Buches „Alt ist was?“ ist, möchte mit diesem Mut machen. Pointiert führte er aus, dass unsere Gesellschaft nicht an einer Überalterung, sondern einer „Unter-jüngung“ leidet. Der Traum von Methusalem, alt zu werden, sei inzwischen Dank der zivilisatorischen Entwicklung in Erfüllung gegangen. Gegenüber den 1960er Jahren würden Menschen heute im Schnitt zwanzig Jahre älter. Die heutigen Senioren seien sehr aktiv und eben nicht „Auslaufmodelle“ in der Vorstufe zur Behinderung.

Politische Fehler der Vergangenheit beheben
Deutlich stelle Gantzer heraus, dass Rentner das von der Gesellschaft empfangen, für das sie jahrzehntelang in das Sozial- und Rentensystem eingezahlt haben. Die politischen Fehler aus der Wende-zeit der Rentenversicherung und den etwas jünger datierten Problemen von 1-Euro-Jobs, Minijobs und Frühverrentung müssten dringend korrigiert werden. Er forderte eine Gesundheitsreform ein, die auch wirklich eine sei – denn die unnatürliche und weltweit politisch einzigartige Trennung von stationärer und ambulanter Behandlung koste jährlich 20 Milliarden Euro, welche laut Expertenmeinung eingespart werden könnten.
Mit seiner Musterklage vor dem Bayerischen Verfassungsgerichtshof und nun vor dem Bundesverfassungsgericht gegen die Altersgrenze von Kommunalpolitikern, will er aufmerksam machen auf den Wunsch von 30% der Menschen über 65 Jahre, die gerne länger arbeiten möchten. Das Recht auf Ruhestand soll denen gewährt werden, die ihn möchten – und die anderen könnten gern weiter arbei-ten und dabei auch ihren Anteil in die Sozialsysteme hinein geben. „Jeder Mensch soll so lange arbeiten können, wie er will und kann“, so seine Aussage. Außerdem wären ältere Arbeitnehmer nicht weniger, sondern anders leistungsfähig als Jüngere. Diese seien zwar manchmal schneller, aber die älteren wüssten aus Erfahrung die Abkürzungen, so sein schmunzelnder Hinweis.
In der abschließenden sehr regen Diskussion wurde unter anderem heraus gearbeitet, dass für die Menschen vor Ort die Existenzsicherung und die Mobilität entscheidend seien. Barrierefreier Wohn-raum, barrierefrei gestaltete Innenstädte, ein gut getakteter Öffentlicher Nahverkehr und der Zugang zum Internet seien entscheidende Faktoren für ein agiles Alter.

Artikel veröffentlicht am: 3. Mai 2013