Ostallgäu
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Schriftliche Anfrage an die Bayerischer Staatsregierung zur Analyse der Pump-speicherpotentiale in Bayern und dem Standort Forggensee

Ende September 2014 wurde vom Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie eine „Analyse der Pumpspeicherpotentiale in Bayern“ vorgelegt. In dieser Analyse wird auch der Forggensee als ein Standort mit Potential für die Errichtung eines Pumpspeicherkraftwerkes genannt – ein Ergebnis, über das Paul Wengert, MdL nur staunen konnte. Lesen Sie hierzu einen Gastbeitrag von Paul Wengert, MdL

Der Forggensee wurde vor gut 60 Jahren als Kopfspeicher für die Energiegewinnung im Kraftwerk Rosshaupten und 23 weiteren Stau-stufen bis Augsburg sowie zur Niedrigwasseraufbereitung von Lech und Donau errichtet. Seit rund 15 Jahren ist auch seine Bedeutung für den Hochwasserschutz deutlich gestiegen. Mit einer Jahresleistung von rd. 165 Millionen KWH ist er mit seiner Wasserkraft ein bedeutender Lieferant regenerativer Energie. Eine Nutzung als Unterbecken für ein Pumpspeicherwerk klingt dagegen eher abenteuerlich. Schon bei der Veröffentlichung der Potentialanalyse habe ich mir die Frage gestellt, wo in unmittelbarer Nähe des Forggensee ein Oberbecken für ein Pumpspeicherkraftwerk errichtet werden könnte – ohne Eingriffe in das Landschaftsschutzgebiet Forggensee und das Naturschutzgebiet Ammergebirge vorzunehmen.
Meine schriftliche Nachfrage an die Staatsregierung hat nun ergeben, dass die potentiellen Kraftwerksstandorte lediglich über eine theoretische Auswertung von Kartenmaterial ermittelt wurden. Bei Gesamtkosten von über 200.000 Euro alleine für die externe Begutachtung von bayerischen Kar-tenmaterialien frage ich mich schon, ob hier verantwortlich mit Steuergeldern umgegangen wird.
Nach meiner Meinung hätten neben dem reinen Kartenstudium weitergehende Vor-Ort-Untersuchungen zu einer umfassenden Potentialanalyse gehört. Alles andere ist aus meiner Sicht nicht zielführend. Am Beispiel Forggensee wird dies besonders deutlich. Hier hätten die Gutachter schnell feststellen können, dass die Region um den Forggensee Landschafts– bzw. Naturschutzgebiet ist und ein Kraftwerk in direkter Nähe zu den weltberühmten Königsschlössern schwer vorstellbar ist.
Für mich zeigt die Veröffentlichung und die weiteren Informationen der Staatsregierung einmal mehr, welches Chaos in der bayerischen Energiepolitik und den zuständigen Ministerien herrscht!

Artikel veröffentlicht am: 3. Februar 2015