Ostallgäu
Sozialdemokratie
in Wort und Tat

Von persönliche Erfahrungen zu gesellschaftlichem Handeln

Mit dem vorzüglichen Moderator, dem Vorsitzenden der SPD-Landtagsfraktion Markus Rinderspacher, plauderte Edith von Welser-Ude über ihr Leben in einer Veranstaltung Allgäuer SPD zu der die Kandidaten für den Landtag MdL Dr. Paul Wengert, Jörg Hilbert und Ilona Deckwerth eingeladen hatten.

Inzwischen mehr als 30 Jahre an der Seite des Kandidaten für das Amt des Ministerpräsidenten Christian Ude  vermengte sich bei Edith von Welser- Ude auf sehr beeindruckende Art und Weise die persönliche Erfahrung mit dem gesellschaftlichen Handeln. Kritisch sah sie dabei die Rolle der Frau, deren gesellschaftliches Engagement viel stärker zu Lasten der Familie geht als bei den Männern. Ihre sechs Kinder haben nicht die klassische Mutter erlebt. Dafür eine, die die Erfahrungen, die sie beim Versuch einen Kindergarten zu finden oder in der Schule erlebte, als Aufforderung begriff, hier die Bedingungen zu ändern. Sie gründete den Bayerischen Elternverband mit, trat 1969 in die SPD ein, freute sich über das erfolgreiche Volksbegehren gegen die christliche Bekenntnisschule, wurde Sprecherin im Bezirksausschuss und war von 1978 – 1990 im Münchner Stadtrat. Dass sie wegen einer Stimme nicht Bürgermeisterin wurde, bedauerte sie nicht, denn so konnte sie mehr bei ihren Themen bleiben; denn „je höher das Amt, desto weniger kannst du in der Tiefe und an deinen Anliegen arbeiten“. Als Beispiel führte sie gute Pädagogen, die dann Schulräte wurden oder den Wechsle vom Arzt zum Chefarzt an. Die Erfahrungen im Bezirksausschuss waren unerfreulich. Der Vorsitzende tat seine Beschlüsse kund, alle anderen nickten sie bei Bier und Schafkopfspiel ab. Gegen diese Männerriege mit ihren Seilschaften fand sie Verbündete in einer starken Aktionsgemeinschaft für Frauen (ASF). Die SPD-Stadtratsfraktion hatte 1978 in München fast gleichviel Frauen wie Männer als Mitglieder. 1984 wurde dort die erste Gleichstellungsstelle in einer Kommune geschaffen. Diese Erkenntnisse, zumeist humorvoll anekdotisch vorgetragen, überzeugten. So sprach sie davon, dass Frauen sich in Netzwerken verbünden statt Seilschaften zu pflegen. Legendär ist ihr viermal im Jahr stattfindendes Frauenfrühstück seit über 25 Jahren. Über ein Kochbuch aus diesem Kreis führte es sie auch zur Moderation einer Kochsendung im München TV mit über 150 Sendungen. Aktuelles blieb nicht ausgespart, zum Betreuungsgeld sagte sie unter großem Beifall der gut 80 Besucher, dass sie davon nichts hält; denn „Kinder gehören zu Kindern. Sie müssen rechtzeitig in Kindertagesstätten um Sprache und soziales Verhalten zu lernen.“ Sie hat den Verdacht, dass die CSU die Bildungsfernen bildungsfern halten will. Für die politische Arbeit muss man brennen und arbeiten, arbeiten. So hat sie schon geheult als die politische Führung so viel Druck auf ihren Mann mit der Frage der Spitzenkandidatur ausübte. Jochen Vogel hat ihr zugesagt, sie darf bei Kummer zu ihm und seiner Frau kommen. Ihre Erfahrungen baut sie ein in ihre Leidenschaft Fotografieren. Davon zeugen mehrere Bücher. Auch die Fotos ihres Mannes gestaltet sie „da er dann immer so freundlich lächelt“. Der erste Eindruck von ihm sah viel kritischer aus, als eine Bekannte ihr sagte, wer er sei, sagte sie über den damaligen SZ-Redakteur Christian Ude: „Ich hätte nicht gedacht, dass jemand, der so gute Artikel schreibt, so bescheuert aussieht“. Jetzt tauschen sie sich täglich über die Arbeit aus und sie zitiert zu seiner Kandidatur den Amtsinhaber mit der Aussage: „wenn jemand 20 Jahre so eine Stadt geführt habe, müsse man den ernst nehmen.“ Ilona Deckwerth hatte eingangs MdL Dr. Paul Wengert und den Landtagskandidaten Jörg Hilbert, sowie die Bezirkstagskandidatinnen Regina Liebhaber, Brigitte Protschka und die Bundestagskandidatin Katharina Schrader nebst weiteren Stadt-, Kreis- und Gemeinderäten begrüßt. besonders begrüßte sie den Geschäftsführer des Vereins Körperbehinderte Allgäu Reinhold Scharpf und dessen Vorsitzenden Josef Leicht.

Artikel veröffentlicht am: 12. August 2013