Ostallgäuer SPD gegen Amazon-Ansiedlung – Vorgehen der AAP skandalös

Der Vorstand der SPD im Ostallgäu und auch die VertreterInnen der SPD-Fraktionen im Kaufbeurer Stadtrat und Ostallgäuer Kreistag haben sich in ihrer Sitzung am 11. Januar klar gegen die Ansiedlung eines Amazon-Verteilzentrums am Flughafen Memmingen ausgesprochen.

„Eine Veräußerung von Grundstücken aus dem Bestand der kommunalen Fläche, an der auch der Landkreis Ostallgäu und die Stadt Kaufbeuren beteiligt sind, zur Nutzung durch Amazon kommt überhaupt nicht in Betracht“, machte Unterbezirks-vorsitzende Ilona Deckwerth deutlich. Vor allem die miserablen Arbeitsbedingungen der MitarbeiterInnen von Amazon, die Betroffenheit des örtlichen Einzelhandels und die mehr als bescheidenen Steuerzahlungen des Unternehmens waren im Unterbezirksvorstand dafür ausschlaggebend.

Der ehemalige Landtagsabgeordnete Dr. Paul Wengert wies außerdem darauf hin, dass die notwendige Fläche in der Größe von über fünf Fußballfeldern für ein reines Verteilzentrum mit einer sehr überschaubaren Anzahl dazu noch schlecht bezahlter Arbeitsplätze viel zu wertvoll sei. Die Flughafengesellschaft solle sich um die Ansiedlung von Unternehmen im Produktions- und Entwicklungsbereich bemühen, die auch qualifizierte Arbeitsplätze anböten.

Dass die Allgäu Airport GmbH nun das Amazon-Projekt auf Grundstücken aus ihrem eigenen Bestand verwirklichen will, um auf diese Weise nicht mehr die Zustimmung der kommunalen Gesellschafter zu benötigen, hält die Ostallgäuer SPD für geradezu skandalös. Schließlich hätten die kreisfreien Städte und Landkreise im Allgäu durch ihre Beteiligung am Kauf der Grundstücke von der Flughafengesellschaft deren Bestand und die weitere Entwicklung des Flughafens erst möglich gemacht. Ein Agieren der AAP wie jetzt betrachten die SozialdemokratInnen als klaren Vertrauensbruch, der nicht ohne Folgen bleiben könne. Als äußerst fragwürdig erscheint Regina Renner, stellvertretende Unterbezirksvorsitzende, auch die Konstruktion, dass nicht Amazon selbst das Grundstück erwerben möchte, sondern die AAP Projektträgerin sein solle, während Amazon später wohl nur als Pächter und Betreiber auftrete, um auch auf diese Weise Ansprüchen der öffentlichen Hand zu entgehen.